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Der jüdische Friedhof

Bevor ein eigener Friedhof angelegt werden konnte, begruben die Rülzheimer Juden ihre Toten auf den großen jüdischen Friedhöfen in Essingen und Ingenheim. Dies war bei den damaligen Transport- und Verkehrsmöglichkeiten ein sehr mühseliger Vorgang. Mit der Anordnung der Regierung der Pfalz vom 10.09.1821, binnen zwei Jahren in Rülzheim einen eigenen Friedhof anzulegen, beginnt die eigentliche Geschichte des Rülzheimer Begräbnisplatzes.

Diesem Friedhofssprengel Rülzheim sollten die Juden in Germersheim, Bellheim, Kuhardt, Leimersheim und Hagenbach angehören. Im Jahre 1826 kaufte man für 20 Gulden von Andreas Amberger Gelände und legte dort einen eingefriedeten Begräbnisplatz an, der mit 4880 Quadratmetern ein sehr großes Areal umfasste.

In einer Niederschrift vom 20.09.1851 heißt es, dass der Weg des Friedhofs mit ungesiebtem Rheinkies gangbar gemacht werden sollte. Dem Totengräber wird die Aufgabe erteilt, die Gräber wie auch die Denkmäler in immer geraden und geregelten Linien zu errichten und den Friedhof reinzuhalten.

Im Jahr 1903 fasst die Friedhofskommission den Beschluss, eine Registratur der Gräber anzulegen.

Im Jahr 1938 wird der Friedhof in der Reichpogromnacht am 10.11. zum Ort der Zerstörung und Verwüstung. Ein Drittel aller Gräber werden zerstört, Grabsteine fortgeschleppt, in den nahen Altbach und auf die umliegenden Äcker geworfen und zum Wegebau benutzt.

Nach dem Kriege begann die Gemeinde Rülzheim die größten Schäden zu beseitigen, indem man wieder aufgefundene Grabsteine auf den Friedhof zurückbrachte.

Zu einer umfassenden Renovierung und Neuregistrierung kam es erst in den 70er Jahren.

Im Jahr 1986 wurde mit Zustimmung der Ortsgemeinde das Denkmalschutzverfahren für den Friedhof eingeleitet.

Dieser auf einer leichten Anhöhe an der Straße nach Herxheimweyher gelegene Friedhof gehört heute der jüdischen Kultusgemeinde der Rheinpfalz. Er weist zahlreiche kunsthandwerklich schön gearbeitete Grabsteine mit interessanter Symbolik auf. In der Mitte des Geländes findet man einen Gedenkstein für die im 1. Weltkrieg gefallenen Rülzheimer Juden.

Der Gedenkstein mit siebenarmigem Leuchter und Davidstern, den die israelitische Kultusgemeinde Rülzheim ihren im Weltkriege 1914-18 gefallenen Söhnen errichtet hat, hing ursprünglich in der Synagoge.

*) Vollständige Ausführungen siehe Ortschronik „Rülzheim im Wandel der Zeiten“ 1991

Weiterführende Informationen erhalten Sie im Internet unter:
www.alemannia-judaica.de/ruelzheim_friedhof.htm

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